Lohnt sich Gebäck selber backen? Unsere Kostenrechnung mit Stromverbrauch

Selbst gebackene Mohnflesserl mit der Frage, ob sich Selberbacken lohnt
Bei uns sind Mohnflesserl ein echter Kostenpunkt geworden – deshalb backen wir sie inzwischen oft selbst

Seit Dezember 2025 backe ich deutlich mehr selbst. Vor allem Brot und Gebäck für unsere Kinder.

Wir sind eine sechsköpfige Familie in Österreich: zwei Erwachsene und vier Kinder, die in Schule und Kindergarten gehen. Und gerade bei vier Kindern merkt man solche kleinen Alltagskosten einfach sehr schnell.

Ein Mohnflesserl hier, eine Brezel da, noch schnell ein paar Stück Gebäck für die Brotdosen und dann wieder Brot oder Gebäck fürs Frühstück oder Abendessen. Einzeln wirkt das gar nicht so dramatisch. Aber auf den Monat gerechnet kommt da richtig viel zusammen.

Deshalb war bei uns irgendwann die Frage:

Lohnt es sich wirklich, Gebäck selber zu backen — oder machen die Stromkosten die Ersparnis wieder kaputt?

Genau das haben wir uns mit unseren eigenen Zahlen angeschaut.

Unsere Rechnung im Video

Im Video zeige ich, wie wir die Kosten fürs gekaufte Gebäck mit selbst gebackenem Gebäck vergleichen und was sich bei unseren Stromkosten seit dem Selberbacken verändert hat.

Warum Gebäck bei uns so ein großer Kostenpunkt war

Bei uns brauchen die Kinder an fünf Tagen pro Woche etwas für Schule und Kindergarten. Also vier Brotdosen, fünfmal pro Woche.

Natürlich kann man sagen: Dann gibt man halt normales Brot mit. Aber so einfach ist es bei uns nicht. Unsere Kinder essen Gebäck einfach viel lieber. Und mir ist es lieber, sie essen in Schule und Kindergarten wirklich etwas, statt dass die Brotdosen wieder voll zurückkommen.

Gerade Mohnflesserl, Brezeln, Laugenstangen oder Käsestangen funktionieren bei uns viel besser als normales Brot.

Das Problem ist nur: Gekauftes Gebäck summiert sich schnell.

Beispiel: Mohnflesserl aus der Backbox

Wenn ich beim Discounter Mohnflesserl aus der Backbox kaufe, kostet ein Stück ungefähr 80 Cent.

Bei vier Kindern sieht die Rechnung dann so aus:

Rechnung Kosten
1 Mohnflesserl ca. 0,80 €
4 Mohnflesserl pro Tag ca. 3,20 €
5 Tage pro Woche ca. 16 €
4 Wochen pro Monat ca. 64 €

Das sind also ungefähr 64 € im Monat — nur für das Gebäck in den Brotdosen.

Frühstück und Abendessen sind da noch nicht dabei.

Und genau deshalb merkt man bei einer größeren Familie schnell: Brot und Gebäck sind nicht nur eine Kleinigkeit nebenbei. Das kann ein echter Kostenpunkt werden.

Was kostet ein selbst gebackenes Mohnflesserl?

Wenn ich Mohnflesserl selber backe, komme ich bei den Zutaten ungefähr auf 9 Cent pro Stück. Das hängt natürlich davon ab, wie teuer das Mehl gerade war und welche Zutaten man genau verwendet.

Aber auch wenn man nicht auf den Cent genau rechnet, ist der Unterschied deutlich:

Variante Kosten pro Stück
Gekauftes Mohnflesserl ca. 0,80 €
Selbst gebackenes Mohnflesserl ca. 0,09 € Materialkosten

Der Unterschied liegt also bei ungefähr 71 Cent pro Stück.

Bei vier Kindern und mehreren Tagen pro Woche macht das richtig viel aus.

Aber was ist mit den Stromkosten?

Das ist natürlich die naheliegende Frage.

Wenn man häufiger backt, läuft der Ofen öfter. Und wenn der Ofen öfter läuft, steigen natürlich auch die Stromkosten.

Deshalb haben wir uns angeschaut, wie sich unser Stromverbrauch verändert hat.

Ich habe im Dezember 2025 mit dem regelmäßigen Selberbacken angefangen. Deshalb können wir Anfang 2026 gut mit Anfang 2025 vergleichen.

Dabei haben wir bewusst eher streng gerechnet: Wir haben den Mehrverbrauch beim Strom einfach komplett dem Backen zugerechnet. Auch wenn im Alltag natürlich nie zu 100 % sicher ist, ob wirklich jede zusätzliche Kilowattstunde nur vom Backen kommt.

Unser Stromvergleich: Anfang 2025 gegen Anfang 2026

Im Vergleich zum Vorjahr hatten wir Anfang 2026 folgenden Mehrverbrauch:

Monat Mehrverbrauch gegenüber Vorjahr
Januar +74 kWh
Februar +44 kWh
März +94 kWh

Im Durchschnitt ergibt das ungefähr 71 kWh Mehrverbrauch pro Monat.

Bei einem Strompreis von ungefähr 15 Cent pro Kilowattstunde sind das:

Rechnung Kosten
71 kWh × 0,15 € 10,65 €
gerundet ca. 11 € pro Monat

Unser Stromverbrauch ist also gestiegen. Aber selbst wenn wir den kompletten Mehrverbrauch dem Backen zurechnen, reden wir bei uns von ungefähr 11 € im Monat.

Unsere Ersparnis wird durch den Strom nicht kaputt gemacht

Für uns ist das der wichtigste Punkt.

Wenn wir allein beim Brotdosen-Gebäck schon ungefähr 64 € im Monat sparen können und zusätzlich auch bei Frühstück und Abendessen weniger gekauftes Brot und Gebäck brauchen, dann machen ungefähr 11 € zusätzliche Stromkosten die Ersparnis nicht kaputt.

Im Gegenteil.

Für uns ist Selberbacken trotz Stromkosten ein klarer Vorteil.

Mehr Stromkosten: ungefähr 11 € pro Monat.
Ersparnis bei Brot und Gebäck: deutlich höher.

Natürlich hängt das immer davon ab, wie oft man backt, was man backt und wie teuer das gekaufte Gebäck bei einem selbst wäre. Aber in unserem Familienalltag lohnt es sich eindeutig.

Warum wir nicht einfach billiges Brot kaufen

Das wäre natürlich die einfachste Gegenfrage: Warum nicht einfach günstiges Brot kaufen?

Bei uns ist die ehrliche Antwort: Weil es von den Kindern oft nicht gegessen wird.

Wenn ich ihnen etwas mitgebe, das am Ende wieder in der Brotdose zurückkommt, ist es auch nicht gespart. Dann haben sie in Schule oder Kindergarten nichts Ordentliches gegessen und sind später entsprechend fertig.

Deshalb schauen wir nicht nur darauf, was theoretisch am billigsten wäre, sondern was bei uns im Alltag funktioniert.

Und bei unseren Kindern funktioniert Gebäck einfach besser.

Selber backen spart nicht nur Geld

Natürlich ist der finanzielle Punkt für uns wichtig. Aber es gibt noch einen zweiten Vorteil: Ich weiß genauer, was drin ist.

Ich kann größere Mengen vorbereiten, einfrieren oder für mehrere Tage planen. Und ich habe nicht ständig das Gefühl, noch schnell zum Bäcker oder in die Backbox greifen zu müssen.

Das macht den Alltag auch ein Stück planbarer.

Und ganz ehrlich: Irgendwann macht es dann auch Spaß. Ich hätte früher auch nicht gedacht, dass ich einmal regelmäßig Brot und Gebäck backe. Aber inzwischen ist es einfach Teil unseres Familienalltags geworden.

Was man trotzdem beachten muss

Selberbacken ist nicht automatisch für jede Familie die beste Lösung.

Es braucht Zeit, ein bisschen Übung und man muss es in den Alltag einbauen können. Wenn man jedes Mal völlig gestresst ist, der Teig nicht aufgeht oder man am Ende genervter ist als vorher, dann ist es vielleicht nicht der richtige Hebel.

Für uns passt es, weil wir dadurch wirklich viel sparen und weil die Kinder das Ergebnis gerne essen.

Das ist am Ende der entscheidende Punkt.

Für wen lohnt sich Gebäck selber backen besonders?

Aus meiner Sicht lohnt es sich besonders, wenn:

  • mehrere Kinder regelmäßig Jause oder Brotdosen brauchen
  • gekauftes Gebäck häufig auf dem Einkaufszettel steht
  • normales Brot oft nicht gegessen wird
  • man gerne etwas vorbereiten möchte
  • man Stromkosten realistisch mitrechnet
  • man nicht nur einmal im Monat, sondern wirklich regelmäßig backt

Wenn man nur gelegentlich ein paar Semmeln kauft, ist der Effekt natürlich kleiner. Bei uns mit vier Kindern und regelmäßigem Gebäckbedarf ist der Unterschied aber groß.

Unsere wichtigste Erkenntnis

Vor dem Selberbacken war mir gar nicht so bewusst, wie viel Geld bei uns eigentlich für Brot und Gebäck draufgeht.

Es waren nicht die riesigen Einzelkäufe. Es waren die vielen kleinen Wiederholungen.

Ein paar Stück Gebäck für die Brotdosen. Dann wieder etwas fürs Frühstück. Dann noch Brot fürs Abendessen. Und am nächsten Tag wieder.

Genau solche Gewohnheiten machen im Familienbudget oft mehr aus, als man denkt.

Fazit: Gebäck selber backen lohnt sich für uns klar

Für unsere sechsköpfige Familie lohnt sich Gebäck selber backen deutlich.

Die zusätzlichen Stromkosten liegen bei uns, wenn wir den kompletten Mehrverbrauch dem Backen zurechnen, bei ungefähr 11 € pro Monat. Die Ersparnis bei Brot und Gebäck liegt aber deutlich darüber.

Allein bei den Brotdosen können gekaufte Mohnflesserl schnell ungefähr 64 € im Monat kosten. Dazu kommen Frühstück und Abendessen.

Deshalb ist Selberbacken für uns ein guter Tausch:

Etwas mehr Strom und etwas mehr Arbeit — dafür deutlich weniger Lebensmittelkosten.

Und solange die Kinder es gerne essen, ist das für uns eine der sinnvollsten Stellschrauben beim Sparen im Familienalltag.

Mehr zu unseren gesamten Lebensmittelkosten findest du auch im Artikel Lebensmittelkosten als sechsköpfige Familie: unsere echten Zahlen aus Österreich.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein selbst gebackenes Mohnflesserl?

Bei uns kostet ein selbst gebackenes Mohnflesserl ungefähr 9 Cent an Materialkosten. Das hängt natürlich davon ab, wie teuer Mehl und andere Zutaten gerade sind.

Wie viel kostet ein gekauftes Mohnflesserl?

Beim Discounter kostet ein Mohnflesserl aus der Backbox bei uns ungefähr 80 Cent. Bei vier Kindern und fünf Tagen pro Woche sind das allein für die Brotdosen ungefähr 64 € im Monat.

Wie stark steigen die Stromkosten durch Selberbacken?

Bei unserem Vergleich von Anfang 2026 mit Anfang 2025 lag der Mehrverbrauch im Durchschnitt bei ungefähr 71 kWh pro Monat. Bei 15 Cent pro Kilowattstunde entspricht das rund 11 € zusätzlichen Stromkosten pro Monat.

Lohnt sich Gebäck selber backen trotz Stromkosten?

Für uns ja. Selbst wenn wir den kompletten Strom-Mehrverbrauch dem Backen zurechnen, sind die zusätzlichen Stromkosten deutlich niedriger als die Ersparnis bei gekauftem Brot und Gebäck.

Für welche Familien lohnt sich Selberbacken besonders?

Besonders lohnen kann es sich für Familien, die regelmäßig Gebäck für mehrere Kinder brauchen, zum Beispiel für Brotdosen, Frühstück oder Abendessen. Je häufiger gekauftes Gebäck ersetzt wird, desto stärker merkt man die Ersparnis.


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